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Stellungnahme

anlässlich der Berichterstattung des Darmstädter Echos vom 17. Februar 2026 mit dem Titel: „Kritik am Bündnis gegen Rechts“ von Frank Schuster

In dem Artikel: „Kritik am Bündnis gegen Rechts“ des Darmstädter Echos vom 17. Februar 2026 heißt es wahrheitswidrig, das Bündnis gegen Rechts Darmstadt (BgR) veröffentliche die „Privatdaten“ von Angehörigen der extrem rechten Szene. Weiter heißt es in dem Artikel: „Zugleich ist das BgR umstritten, weil es private Informationen von tatsächlichen oder vermeintlichen Rechtsextremen mit so genannten Outings veröffentlicht.“

Das Bündnis gegen Rechts Darmstadt engagiert sich auf vielfältige Art und Weise gegen die extreme Rechte, Menschenfeindlichkeit und für die Demokratie. Sogenannte „Outings“ gehörten weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart zu den Aktionsformen des BgR. Der Vorwurf, der in dieser Form bisher ausschließlich durch das Darmstädter Echo erhoben wurde, ist schlicht infam.

Im weiteren Verlauf konkretisiert das Echo dann in seinem Artikel: „In jüngerer Vergangenheit traf es den Mitinhaber einer Gaststätte und einen Bademeister, dessen vollständigen Namen das BgR nach einer Recherche eines linken Blogs veröffentlichte, obwohl er rechtlich gesehen keine Person des öffentlichen Lebens ist.“

In den beiden Fällen „veröffentlichte“ das BgR nicht den vollständigen Namen von Personen, sondern bezog sich lediglich auf bereits öffentliche Informationen, die durch Fachjournalist*innen und Rechercheplattformen zugänglich gemacht worden sind – so wie dies auch Medien wie beispielsweise der MDR oder das Fachmedium „belltower.news“ im Fall des Bademeisters taten. Wie das Darmstädter Echo zu der Einschätzung gelangt, dass eine Person, die seit über 20 Jahren in der extrem rechten Szene aktiv ist, für die neonazistische NPD zu Wahlen antrat und bis heute Bücher unter ihrem vollen Namen veröffentlicht, keine „Person des öffentlichen Lebens“ sei, ist ebenfalls mehr als fraglich.

Antifaschistische Recherchegruppen und Fachjournalist*innen zum Themenfeld „Rechtsextremismus“ leisten eine unverzichtbare Arbeit für die demokratische Gesellschaft und füllen eine Lücke, die Journalismus oder Sicherheitsbehörden oftmals nicht schließen. Ohne sie wäre das Wissen über die extreme Rechte heute deutlich geringer. Diese Arbeit verdient Dank und Anerkennung, statt Kriminalisierung.

Weiter heißt es im Artikel des Darmstädter Echos mit Bezug auf die Debatte um die Vermietung des Bürgersaals in Eberstadt an die AfD, das BgR habe: „eine Kampagne gegen die Centralstation Veranstaltungs-GmbH geführt“ und „interne E-Mails auf Instagram veröffentlicht“. Diese Behauptungen sind schlicht unwahr und gehen an den Fakten vorbei.

Zudem heißt es in dem Artikel, der frühere Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt Jochen Partsch wolle keine Zusammenarbeit der Stadt mit dem BgR. Was der Artikel dabei verschweigt, ist, dass das BgR im Jahr 2023 eine gemeinsame Gedenkveranstaltung zum rassistischen Anschlag von Hanau mit der Stadt durchgeführt hat, bei welcher der damalige Oberbürgermeister Jochen Partsch sprach.

Im Jahr 2022 erhielt das BgR zudem den Preis „Gesicht zeigen“ der von der Stadt Darmstadt gestiftet wird. Auch dieser Preis wurde von Jochen Partsch übergeben.

Die größte Gefahr für die demokratische Gesellschaft geht von der extremen Rechten und ihrer menschenfeindlichen Politik aus, die zunehmend auf die sogenannte „Mitte“ überschwappt. Diesen Verhältnissen wird sich das BgR immer entschieden entgegenstellen, auch gegen halt- und maßlose Diffamierungsversuche.

Bei Fragen und für Interviews stehen wir gerne zur Verfügung!

Pressekontakt:

Markus Zwilling, Petra Daş, Yannick Theis
Tel.: 0170-2618547
E-Mail: presse@bgr-darmstadt.de

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