Nein zu Polizeigewalt
Freund und Helfer?
Für manche Feind und Täter!
Unzählige Menschen sind immer wieder diskriminierenden Kontrollen ausgesetzt. Racial Profiling tötet! Wir wollen mit dieser Kundgebung den Opfern gedenken und all jenen unsere Unterstützung aussprechen, für die es Alltag ist, aufgrund ihres Aussehens, ihres Namens, ihrer Hautfarbe, ihrer psychischen Erkrankung oder ihrer Armut kriminalisiert zu werden.
Probleme, geschaffen von einer vorurteilenden Dominanzgesellschaft, legitimiert durch einen Staat und von weiten Teilen der Bevölkerung geleugnet.
Wachen wir auf! Das Übel sitzt viel tiefer!
Kommt alle zu unserer Kundgebung!
Zieht euch bitte warm und regensicher an!
Bringt Freunde, Familie, Nachbar*innen, Plakate und Banner mit!
Werdet laut mit uns, denn: „Ihre Repressionen kriegen uns nicht klein, wir sind auf der Straße, Widerstand vereint!“
Critical Whiteness
14. Dezember @ 11:00 – 19:00
Ein Workshop zur Schwarzen Überlebenswissenschaft
Inhalte
In Kreisen linker Aktivisti ist mensch sich einig: Rassismus ist zu verurteilen. Trotzdem sind wir auch in der Szene nicht frei davon, rassistische Prägungen, die uns eine rassistische Gesellschaft mitgegeben hat, zu reproduzieren. Auch wenn wir gelernt haben, im Sinne einer political correctness belastete Wörter zu vermeiden, gibt es unzählige Gelegenheiten, zu denen People of Colour oder andere Menschen, die Rassismus erfahren, schmerzlich erfahren, dass die Szene immernoch sehr dominant weiß geprägt ist. Die Auseinandersetzung mit Privilegien und dem weiß-Sein kann ein Teil beisteuern, um diese impliziten Rassismen ans Licht zu zerren, besser zu verstehen und nach und nach aus verschiedenen Winkeln abzubauen.
Das Referenti Tsepo Bollwinkel schreibt dazu:
Critical Whiteness ist zunächst und vor allem eine Schwarze Überlebenswissenschaft.
Schwarze Menschen sind seit Jahrhunderten gezwungen, weißes Verhalten zu studieren und zu kennen – um in einer von weißer Dominanz geprägten Welt zu überleben. Nur in einer Welt, die Rassifizierungen als Kategorien für die Zuteilung von Privilegien erstellt hat, macht es überhaupt Sinn, einen quasi ethnologischen Blick auf weiße Menschen zu richten. Und weil alle nichtweißen Menschen die bitteren Konsequenzen weißer Dominanz, der white supremacy, tragen müssen, ist das Forschen und Wissen zu gesellschaftlichen Strukturen, geisteswissenschaftlichen und historischen Ursprüngen, sozialen und politischen Auswirkungen sowie die identitären Verankerungen von Weißsein für sie eine Notwendigkeit.
In Deutschland wird Critical Whiteness zumeist verstanden als die reflektierende Beschäftigung weißer Menschen mit ihren Privilegien. Das ist eine durchaus legitime Herangehensweise. Aber das Ausblenden der Schwarzen Ursprünge, das Besetzen Schwarzen Wissens und attraktiver Positionen in diesem Bereich durch weiße AkademikerInnen, der Irrtum, dass der Besuch eines Workshops oder das Lesen von Büchern als ausreichend empfunden werden, um sich persönlich Absolution zu erteilen und sich als ExpertIn zu verstehen, ist ein typisches Merkmal weißen Privilegiertseins, ist ein bewusstes oder unbewusstes Ausagieren von white supremacy.
Deshalb ist es mir wichtig, als Schwarzer Mensch Critical Whiteness zu lehren, sowohl für weiße Menschen als auch für nichtweiße. Für weiße Menschen bedeutet dies, in meinen Seminaren und Workshops einen Spiegel vorgehalten zu bekommen, eingebettet in eine historische Einordnung. Es ist dabei mein Ziel, weiße Menschen nicht nur zur kritischen Reflexion sondern zum Einstieg in einen langfristigen identitären Lernprozess zu motivieren und zu befähigen. In meinen Veranstaltungen für nichtweiße Menschen geht es mir um strukturelle Analyse, um das Aufdecken und Loslassen von internalisiertem Rassismus sowie vor allem um das Trainieren von Widerstandsfähigkeiten, also um Empowerment.
Am Ende steht dabei für alle dieselbe Aufforderung: „Denkt Euch eine andere Welt- und macht sie möglich!“
Der Workshop findet in Kooperation mit Migra4Migra, einer migrAntifaschistischen Organisation, die sich unter anderem für ein Klassenbewusstsein innerhalb ihrer Community stark macht, dem Bündnis gegen Rechts Darmstadt sowie der Ringvorlesung „Naturwissenschaftler*innen in Gesellschaft, Akademie & Industrie – Hürden und Chancen“ statt.
Anmeldung
Um uns auf die Anzahl Teilnehmender einstellen zu könen, bitten wir um eine anonyme Anmeldung. Du findest das Formular dafür hier verlinkt.
Rassifizierung
Weil linke Szenen überwiegend weiß sind und immer wieder Nachholbedarf in Sachen Rassismus zeigen, richtet sich der Workshop an weiße Menschen.
Da es bei Rassifizierung nicht eigentlich um Hautfarbe, sondern um gesellschaftliche Konstruktionen geht, kann niemensch von außen beurteilen, ob eine Person weiß oder nicht-weiß ist. Auch sind Zugehörigkeiten, Privilegien und Diskriminierungserfahrungen nicht gegenseitig ausschließend und Menschen können in verschiedenen Kontexten unterschiedlich rassifiziert werden.
Es geht uns mit diesem Hinweis nicht darum, nicht-weiße Menschen auszuschließen, sondern darum, klarzumachen, dass der Fokus dieses Workshops auf der Seite einer Auseinandersetzung mit Mustern einer weißen Dominanzgesellschaft und dem Durchbrechen dieser aus einer Perspektive der systemisch Privilegierten liegt. Falls du schon selbst von rassistischer Diskriminierung betroffen warst, kann es schwierig auszuhalten sein, sich in solchen Räumen aufzuhalten. Wir hoffen, dass das Angebot dieses Workshops dazu beiträgt, dass andere Zusammentreffen mit weißen Aktivisti angenehmer werden und die Szene mittelfristig ein besser Ort wird, um diversere Menschen zu vernetzen.
Wir wünschen uns, in der näheren Zukunft auch einen Workshop mit einem Fokus auf Empowerment von nicht-weißen Personen anbieten zu können und befinden uns dazu in Abspracheprozessen.
Pausen & Verpflegung
Es wird Pausen im Verlauf des Workshops geben. Wir stellen ein paar Snacks bereit und Getränke können vor Ort gekauft werden.
Für die Mittagspause wünschen wir uns, dass alle nach Möglichkeit einen Beitrag zu einem Buffet leisten. Kleine Extraaufgabe: Es sollte alles kosher, halal und vegan sein, wenigstens einiges auch glutenfrei.
Bitte schreib einen Zettel mit Inhaltsstoffen, sodass Menschen mit Allergien ebenfalls sicher am Essen teilhaben können.
Wir sind sicher, uns dabei auf leckere und vielseitige Speisen freuen zu können, an denen sich möglichst alle erfreuen können.
Infos zu Barrieren & Zugängen
Der Workshop findet in der Oetinger Villa statt.
Der kürzeste Weg mit öffentlichen Verkehrsmitteln führt über die Buslinien H oder K und die Haltestelle „Am Karlshof“.
„Der Saal“, in dem der Workshop stattfindet, ist über eine Treppe zu erreichen. Einen Aufzug oder eine Rampe gibt es für die sieben Stufen nicht.
Der Weg zum Workshop wird vom Haupteingang aus visuell ausgeschildert sein. Es gibt leider kein Leitsystem für sehbehinderte Personen.
Sitzgelegenheiten in Form einzelner Stühle oder Sofas können im Workshop-Raum frei arrangiert werden.
Es gibt leider keine Induktionsschleife oder mobile Systeme zur Tonübertragung auf Hörgeräte vor Ort.
Alle Toiletten sind Gender-neutral ausgeschildert und mit Hygieneprodukten ausgestattet.
Klassische Wickelmöglichkeiten gibt es nicht, wir finden ggf. aber eine Lösung in einem der Räume.
Menschliche oder technische Assistenz, die dir die Teilnahme ermöglicht oder erleichtert, ist uns sehr willkommen.
Melde dich gern vorab (anonym) per Mail an banden [dot] bilden [at] systemli [dot] org, falls du noch Unsicherheiten hast oder Unterstützung brauchst, um angenehm am Workshop teilnehmen zu können. Gern unterstützen wir dich nach unseren Möglichkeiten.
Falls du während der Veranstaltung einen Rückzugsraum brauchen könntest, komm gern auch schon vorab auf die Awareness-Personen zu. Es gibt verschiedene Optionen im Haus und wir können zusammen überlegen, welche am besten für dich passt.
Wir sind ab eine halbe Stunde vor Beginn im Saal erreichbar.
Melde dich auch im Laufe des Workshops oder im Anschluss gern jederzeit, wenn du Unterstützung von uns brauchst – ob praktisch oder emotional.
Die Umbenennung in Fritz-Bauer-Strasse
Im Jahre 1915 wurde die Strasse erstmals offiziell Hindenburgstrasse genannt. 108 Jahre später wurde die Strasse nach einem intensiven und teils kontroversen Prozess in Fritz-Bauer-Strasse umbenannt.
Die Geschichte und die Hintergünde könnt ihr hier nachlesen.
Bar oder mit Karte? – Mit Gutschein bitte!

Seit einigen Monaten hat die hessische Landesverwaltung Bezahlkarten für Asylsuchende eingeführt, die insbesondere den Zugriff auf Bargeld stark einschränken. Gegen diese Ausgrenzungs- und Entrechtungspolitik protestieren wir indem wir über ein solidarisches Tauschsystem die Bargeldeinschränkung umgehen. Weiter Infos gibt es unter ww.hessensagtnein.de
Du findest 50€ Bargeld im Monat sind zu wenig? Dann mach mit und tausche!
Das geht ganz leicht: du gehst zu einem unserer Tauschcafés oder Verteilerstellen und bringst Bargeld mit – etwa 50€. Das kannst du dort in einen Einkaufsgutschein eines Supermarkts tauschen und damit bei deinem nächsten Einkauf bezahlen. Der Betrag bleibt dabei für alle gleich, allerdings hat eine asylsuchende Person diesen in Bar zur Verfügung und kann damit zum Beispiel auf dem Flohmarkt einkaufen oder einen Anwalt bezahlen.
Verteilerstellen in Darmstadt:
Comic Cosmos: Saalbaustraße 5, Mo. – Fr. 11.00 bis 19.00 Uhr, Sa. 11.00 bis 17.00 Uhr
Buchhandlung Lesezeichen: Heinheimer Straße 82, Mo. – Sa. 10-14 Uhr, Mo. – Fr. 15-18 Uhr
AStA TU: Hochschulstraße 1, Di-Do 14:00-18:00 Uhr
Linkstreff: Landgraf-Philipps-Anlage 32, letzter Sonntag im Monat 11-13 Uhr
Da wir nicht jede Woche gleich viele Gutscheine tauschen, könnte es dazu kommen, dass sie auch mal (glücklicherweise) bereits weggetauscht wurden.
Darmstadt sagt Nein zur Bezahlkarte!
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